Auszug aus dem Stadtarchiv von 1886

Bekanntmachung

Durch eine landrathliche Verfügung vom 21 then April v.J. ist bekannt gemacht, was die königliche Regierung zu Münster in Betracht der Fastnachts-Lustbarkeiten verordnet hat, welches unter anderem aus folgendes besteht;

§ 1

Sind Maskenzüge auf den Straßen und öffentlichen Plätzen nur an 3 Fastnachtstagen und zwar nur nach dem vormittagigen Gottesdienst zulässig und erlaubt.

§ 2

Alle Personen so sich in Maskenzügen auf den Straßen und öffentlichen Plätzen begeben und in Häusern herumziehen wollen haben bey unterzeichneten Bürgermeister eine Legitimations-Karte gegen Erlegung von Dry Silbergroschen vorher einzulösen und bey dem umherziehen bey sich zu tragen. Der Betrag der eingelösten Legitimations-Karten fällt der Armen-Kasse anheim.

§ 3

Es versteht sich von selbst das der Maskenzüge anständig und dabey keine Waffen getragen werden dürfen.

§ 4

Jeder Teilnehmer oder Zuschauer eines Maskenzuges ist verpflichtet den Aufforderungen der Polizeibeamten unverzüglich Folge zu leisten und alle von ihm verlangten Aufklärungen zu geben - und deren Befehle genau nachzukommen.

§ 5

Diejeniegen welche gegen diese Vorschriften handeln sich nach Verhältnis ihrer Widerspenstigkeit und Zügellosigkeit eine Strafe von 1 bis 5 Thalern verfallen, welche bey unvermögenden in eine hiernach verhältnismäßige Arrest oder Arbeitsstrafe verwandelt wird. Förmliche Widersätzlichkeiten sollen sofort dem Landes Stadtgericht zu Rheine zur Bestrafung angezeigt werden.

§ 6

Das herumziehen mit Masken-Anzügen an und in den Häusern worin sich Kranke befinden, ist unter den oben angedrohten Strafen ohne Unterschied verbothen. Wonach sich also jeder genau zu achten und for Unannehmlichkeiten zu hüten hat.

Bevergern den 14then Februar 1886
Der Bürgermeister
gez. Borggreve
Publiziert; Jörling - Küster -